Aktuell

Internationaler Frühjahrslehrgang

vom 17. bis 19. März 2017 im Dojang Köln
Ein Bericht von Renate Werner, Dojang Köln

Zwanzig Kinder, die Sonne und ein Anti-Schnarchgerät 
Samstag kurz nach zehn Uhr. Draußen scheint die Sonne, während hundertzehn Teilnehmer*innen kreuz und quer durch die Turnhalle der Kölner Michaelischule springen. Auch der achtjährige Julian aus Plön bei Kiel hüpft fröhlich über die Matten. Gefolgt von seinem Vater Nikolas und, dicht hinter ihm, seiner Schwester Leonie. Gestern noch saßen die drei im Zug. "Mama haben wir zuhause gelassen", erzählt Julian, "ich hab' Papa und Leonie geschnappt und dann sind wir hierher gefahren." Leonie nickt zustimmend, und fügt hinzu: "siebeneinhalb Stunden lang sind wir im Zug gesessen. Und dann haben wir im Dojang auf den Matten übernachtet!" So begeistert wie Julian und Leonie die Anreise beschreiben, klingt sie nach Abenteuer. Das Geschwisterpaar trainiert im Dojang Eutin-Kleinmeinsdorf und "Köln" ist nach "Aachen" schon der zweite Frühjahrslehrgang, an dem sie, zusammen mit ihrem Vater Nikolas Teil nehmen.
Wie sie sind zwanzig Kinder zum Frühjahrslehrgang gekommen und trainieren engagiert mit. Als Großmeister Sonsanim Ko.Myong die Gemeinschaft begrüßt, sitzen die Kinder im Halbkreis in der ersten Reihe. "Was ist Do?", fragt der Meister und die zehnjährige Annalena reagiert: sie legt die Hand aufs Herz und ihre Geste wird als Antwort angenommen. "Was ist Ki?", fragt Sonsanim weiter, "das innere Licht", antwortet Annalena. Die Fragerunde bricht nicht ab. "Was ist Shinson Hapkido?" -da ruft der zehnjährige Tyler schnell: "Der Weg zur Harmonie der Kräfte!"
Die Kinder beeindrucken mit ihren Antworten, hören Sonsanim aber auch neugierig zu. "Manchmal, wenn ich in die Sonne gucke, dann denke ich daran, dass Sonsanim gesagt hat, die Sonne ist immer da, auch wenn Wolken sie verdecken", erzählt Annalena anschließend. Beim Gruppentraining will sich Julian auf seine Gelbgürtel-Übungen konzentrieren, denn die Vorwärtsrolle kann er noch nicht, "dafür aber Rückwärtsrolle!" Das Training bei Kyosanim Elfie mag er, "weil wir so viele Spiele machen".
Die zehnjährige Annalena trainiert auf die baldige Orangegürtel-Prüfung, "bis dahin muss ich noch viel üben". Als Kölnerin hat Annalena bei den Vorbereitungen zum Frühjahrslehrgang geholfen. Ihre Eltern Corinna und Thorsten haben Übernachtungsgäste aufgenommen und Annalena berichtet: "beim Salamikaufen war ich dabei!"
Leonie aus Plön übt in der Weißgürtel-Gruppe den Kontakt mit dem Boden. "Kein Problem", sagt die sechsjährige, denn sie liebt den Rückwärtsfall.
Samstag Abend im Kölner Dojang: Leonie und Julian stehen mit einem Teller in der Hand vor dem üppigen Buffet im Vorraum: Teller, Schüsseln und Tabletts mit unterschiedlichen Speisen machen die Entscheidung schwer. Hinter der Theke schlägt jemand den Hahn ins Kölschfass, ein paar andere jubeln, der Schlag hat gesessen. Mit vollgehäuften Tellern sitzen die Kinder nun am Tisch, Trainieren hat hungrig gemacht. Obwohl ihr der Trubel gut gefällt, freut sich Leonie darauf, dass die Party zuende ist. Denn heute wird sie im Vorraum auf dem Sofa schlafen, "das ist noch bequemer", hofft sie. "Und leiser", fügt sie hinzu, "ich hab gestern zusammen mit Julian und meinem Vater auf der Weichbodenmatte im Dojang übernachtet. Und da haben ganz viele Leute geschnarcht. Aber mein Vater nicht! Der hat nämlich ein Gerät, damit er nicht schnarcht", erklärt Leonie. Wo es dieses Gerät gibt und was das genau ist, kann sie nicht sagen. Aber vielleicht könnten wir es herausfinden und vor dem nächsten Lehrgang an die anderen Übernachtungsgäste verteilen.
Sonntag 5 Uhr 45, die Nacht war kurz. Jetzt beginnt auch für einige Kinder die Meditation. Erst später, beim Gemeinschaftstraining, fällt auf, dass es nicht mehr alle Kinder in die Turnhalle geschafft haben, einige fehlen. Julian, Leonie und Annalena trainieren aber tapfer mit, obwohl sie schon ein bisschen müde sind. Die Geschwister aus Plön wollen bis zum Schluss dabei sein. "Wenn der Lehrgang um zwei Uhr vorbei ist, fahren wir noch zu Oma und Opa," sagt Julian, "dann können wir ja dort schlafen."

31. BuSabomnim Workshop

vom 3. - 5. März im Dojang Seligenstadt. 
Ein Bericht von BuSabomnim Jochen Leiser.

Ein unvergesslicher Tag

Der diesjährige Bu-Sabunim-Lehrgang fand wieder im Dojang Seligenstadt statt. Insgesamt waren wir 26 Teilnehmer, davon vier Sabomnim, was erstmalig so war. Ob es nun der 30. oder der 31. Lehrgang war beschäftigte bei der Anmeldung die Gemüter, da sich versehentlich ein Druckfehler eingeschlichen hatte, der Verwirrung stiftete. Doch schließlich kam Klarheit in die Sache: es war der 31. Bu-Sabomnim-Workshop, ein Indiz dafür, dass auch diese Veranstaltung, ebenso wie ihre Teilnehmer älter werden. Doch nun zu meinen, dass es deshalb ein gemütlicher Workshop gewesen sei, wäre falsch. Im Gegenteil: die zahlreichen Teilnehmer und Teilnehmerinnen erwärmten sich am Freitag pünktlich ab 18.00 Uhr auf der Matte und ließen sich von Sonsanims ungebrochener Energie und Motivation leiten, so dass bald alle Müdigkeit und schwere Energie abgeschüttelt war und sich alle jung und frisch miteinander fühlten. BuSabomnim Egidio war mit seinen nun 70 Jahren dabei der älteste Teilnehmer, Juri vom Dojang Darmstadt mit 35 Jahren der Jüngste und gerade mal halb so alt. "Ich wünsche Ihnen einen unvergesslichen Tag!" begrüßte Sonsanim uns am Samstagmorgen zum Frühstück und strahlte ein warmes, tiefes Lächeln in die Runde. Unvergesslich bedeutet eigentlich EWIG, denn wenn ich etwas nicht vergesse, dann ist es immer da. Im Training wurde erlebbar: Körper und Geist ändern sich ständig, die Techniken nehmen im Vordergrund viel Raum ein, dabei sind sie ein Werkzeug - aber unvergesslich? Nein, da wurde es manchmal schwierig sich alles zu merken, vor allem wenn man noch neu als BuSabomnim ist. Unvergesslich blieb dagegen das Berührt-Sein, das Miteinander, "Du und Ich sind eins", DO, das irgendwann wie ein Licht aus den Augen aller strahlte. Die Freude in einer "alten Familie" zu trainieren war schon bei der Begrüßung festzustellen und Dank der tollen Bewirtung von Schülern des Dojangs Seligenstadt (Frische Waffeln mit heißen Kirschen und Sahne) mit Unterstützung von Sabomnim Josef Schmidt (alles im Griff) und seiner Frau Gabi (bestes Frühstück) wurde ein wunderbarer Rahmen geschaffen, der zum Genießen und Wohlfühlen beitrug. Neu und ebenfalls eine große Bereicherung waren die Teilnahme von den vier Sabomnims Uwe, Josef, Siggi und Horst. Sie unterstützten uns beim Lernen und Üben, waren immer zur Stelle bei Fragen und zur Hilfestellung und konnten so auch Sonsanim entlasten, der sich bestens auf seine Rolle als Leiter konzentrieren konnte. Ebenso konnten die 4 Leute, die sich auf die Prüfung vorbereiten, nochmal viel Feedback einholen. Am Abend gab es nach dem Training noch Theorie und Diskussion zum Lehrgangs-Programm und zur weiteren Entwicklung Shinson Hapkido, bevor es ein tolles Büffet zum Abendessen gab. Außerdem blieb Zeit um sich persönlich auszutauschen, aus dem Leben der anderen und dem eigenen zu hören und zu teilen. Am Sonntag wurde das Training über den ganzen Vormittag fortgesetzt, zum Hyong- Lauf konnte dank des Frühlingwetters auch schon die Terrasse mitbenutzt werden. Ich war auf jeden Fall sehr begeistert von diesem "unvergesslichen" Wochenende und wünsche, dass es noch viele weitere BuSabomnim-Generationen geben wird, die in denselben Genuss kommen können.
Bilder von Sabomnim Josef Schmitt.

Obligatorisch: das gemeinsame Samstagabendessen

13. Internationaler Workshop für das Programm zum 3. Dan

vom 17. - 19. Februar im Dojang Aachen.
Ein Bericht von Kyosanim Anna Gavras.

Die Kunst des Loslassens.
Gut 25 Menschen unterschiedlichen Alters in einem großen Raum, die meisten zwischen 35 und 56 Jahre jung. Ein paar jüngere haben sich auch nach Aachen getraut. Man kennt sich und kennt sich doch gar nicht. Ich kenne alle Gesichter, weiß viele Namen... nur warum sind sie da? Einige möchten die Prüfung machen und noch den Feinschliff bekommen, andere sind da, weil sie einfach 2. Dan sind, andere genießen, wie ich auch, die ganz besondere Atmosphäre auf diesen Lehrgang.
Wir, die wir normalerweise vorne stehen und unterrichten, sind auf einmal wieder alle Schüler. Daher wohl das Gefühl eines Klassentreffens. Einfach nur lernen, welch ein Genuss! Ich treffe Menschen, die ich schon oft gesehen habe, mir begegnen neue Techniken oder welche, die ich erstaunlicherweise schon kann. Mir ist die Idee des Öffnens im Gedächtnis geblieben. Wenn ich mich öffne, muss ich wissen wer ich bin. Dann sollte ich bereit sein Veränderungen zu akzeptieren. Es gibt Menschen, die nach außen hin offen erscheinen, aber tief in sich Angst haben. Besonders bei den akrobatischen Übungen stoße ich an meine Grenzen. Freiwillig würde ich so etwas nie versuchen. Öffnen kann auch ganz langsam, millimeterweise stattfinden und Angst ist dabei ein verdammt guter Ratgeber. Wir sind alle Lehrer, auch Sabunim Christian Schmidt. Sonsanim sagt immer wieder, dass wir alle (Schüler, wie Lehrer) Lehrer sind. Wer hat nun von wem gelernt? Christian erschloss uns viele Techniken mit dem Jung-Bong, die Choagi Sul (Techniken im Sitzen), die I-In-Chori Sul (Techniken mit zwei Angreifern) wie auch ein paar akrobatische Übungen, die besonderes Geschick und Mut brauchten.
Und was hat dies damit zu tun sich zu öffnen? Bin ich bereit mich zu öffnen, wenn ich eine Technik mache, oder bewirkt die Technik, dass ich mich öffne? Kann ich die Technik überhaupt machen, wenn ich nicht bereit bin loszulassen? Los lassen, sich auf den Boden sinken lassen, ohne Wenn und Aber, Kontrolle zu haben, obwohl ich mich einer Sache ganz hingebe. Das ist es, was ich mitgenommen habe aus diesem Workshop. Viele Fragen und wenige Antworten, aber ein gutes Gefühl, wegen der wunderbaren Menschen, die dort waren. Wenn ich mich öffne, dann die Augen und das Herz für die Menschen um mich herum. Nicht urteilen, sondern einfach, klar die Bewegung und das Leben mit dem anderen Menschen genießen.

Bilder von Kyosanim Dietrich Werminghausen

Herzlich Willkommen im Jahr des Hahnes

In der Folge der Tierkreiszeichen beginnt in Asien am 28. Januar nach dem Mondkalender das Jahr des Hahnes im Element Feuer. Der Hahn gilt im Allgemeinen als gesellig und voller bodenständiger Tatkraft, das Feuer steht für Fleiss und Aktivität. Ehrliches Tun, selbst Handeln bieten grosses Möglichkeiten zu Entwicklung. 
Hierfür wünschen wir allen die Klarheit und ein grosses Herz voller Wärme..

Das diesjährige Jahresmotto steht  hier zum Download bereit ...
Lesen Sie auch das diesjährige Grusswort von Sonsanim Ko. Myong

Jahresabschlussfeier 2016

Auch die 31.Shinson Hapkido Benefiz Jahresabschlussfeier war wieder ein voller Erfolg. Das Buffet war großartig. Die Halle wurde, Dank findiger Hände, in einen Festsaal verwandelt. Auf der Bühne waren die sensationellen Preise der Tombola aufgebaut und ins rechte Licht gerückt. In einem bunten Abendprogramm stachen besonders die bezaubernden drei ; ) Moderatorinnen heraus. Neben den schönen Gitarrenklängen zur Eröffnung und dem Dankeschön an Detlef Gollasch und Susanne Kimmich für ihren, über Jahrzehnte reichenden, Einsatz beim Chon-Jie-In Magazin (leider konnten beide nicht dabeisein), berührte mich vor allem die Überraschung für Eva Duft. Nach der Gratulation für die bestandene Dan-Prüfung aller Prüflinge, wurde Ihr ehrenhalber der 2te Dan, nachträglich zum 80sten Geburtstag, von Sonsanim Ko Myong überreicht. Nachdem auch der letzte Preis der Tombola seine Gewinner gefunden hatte (viel Spass auf dem Sommercamp in Kopenhagen) wurde endlich das Tanzbein geschwungen. Ich habe gehört es wurde sehr spät... ; ))
Ich hoffe, dass alle gut nach Hause gekommen sind, die Weihnachtszeit genossen haben und gut ins neue Jahr gerutscht sind. Ich freue mich auf ein neues Shinson Hapkido Jahr im Zeichen des Hahns.
Sabomnim Christian Schmidt

41. Kyosanimlehrgang im Dojang Seligenstadt

Vom 18. bis 20. November fand der diesjährige Herbstlehrgang für Shinson Hapkido Lehrerinnen und Lehrer statt. Die 30 TeilnehmerInnen waren aus verschiedenen Gegenden Deutschland, der Schweiz, Belgien und sogar Peru angereist.  Für den Nachweis der Lehrbefähigung müssen Shinson Hapkido Schwarzgürtel eine gesonderte Ausbildung absolvieren und diese durch Teilnahme an Kyosanimlehrgängen und Schreiben eines Berichtes alle 3 Jahre nachweisen. Der Lehrgang findet zweimal jährlich statt und erfreut sich regen Interesses bei den Danträgern und DanträgerInnen. 

Eröffnung der Sektion Kleinmeinsdorf

Am 10 Juli 2016 war es endlich soweit. Bei schönstem Sommerwetter feierte die Sektion Kleinmeinsdorf, gelegen zwischen Eutin und Plön, vor über 150 Gästen mit einer kleinen Vorführung ihre offizielle Einweihung. Knapp 40 Schülerinnen und Schüler aus Kinder- und Erwachsenengruppen zeigten, was sie in den letzten Wochen und Monaten mit ihren Lehrern/innen Sabumnim Rotraut und Kyosanim Chris für diese Feierstunde einstudiert hatten. Im Anschluss luden die Schülerinnen und Schüler zu einem netten Beisammensein bei Kaffee und einem reichhaltigen Kuchenbuffet ein, wo ausreichend Raum und Gelegenheit für viele schöne Gespräche war. Mit einem imposanten Wetterleuchten am späteren Abend trug die Natur zu einem ereignisreichen und wunderschönen Tag bei, nachdem alle Helferinnen und Helfer bei Grill und kalten Getränken den Tag beschlossen. Wir bedanken uns nochmal ganz herzlich bei allen Helferinnen und Helfern für die große Unterstützung und für die tollen Gastgeschenke. Mit einem großen Dankeschön für die Unterstützung im Hintergrund grüßen wir den Mutter Dojang Semmerin, Sabumnim Christoph und Kyosanim Saskia mit ihren Schülerinnen und Schülern. Und nun lädt Kleinmeinsdorf ganz herzlich ein, einmal vorbeizuschauen und mitzutrainieren...

der Dojang von aussen
die Dojangleitung
nun gibt es auch ein Dojangschild
Kindertraining

Neugestaltung der Kyosanimlehrgänge

Seit 1996 gibt es im Shinson Hapkido eine eigene LehrerInnen (Kyosanim)-Ausbildung, die mit der Möglichkeit zum Erwerb einer Unterrichtslizenz abschliesst. Die Idee einer eigenen Qualitätssicherung beinhaltet auch den immer wiederkehrenden Nachweis vom Besuch eigens dazu veranstalteter Lehrgänge und schreiben eines entsprechenden Berichtes in einem Turnus von maximal 3 Jahren. Im Rahmen dieses Kurses gibt es auch jeweils eine Erste-Hilfe-Einheit in  der auch eine Stunde lang Grundlagen der asiatische Naturheilkunde (Hwalin Sul)unterrichtet werden.
Dieses System ist nun mit Beginn des neuen Jahres erneut weiterentwickelt worden - eine Kurzbeschreibung der aktuellen Regelungen finden Sie hier ...