18. Shinson Hapkido Segelreise im Nordsee-Wattenmeer

Shinson Hapkido Segelreise 2018
‚Frisches Wasser gibt frohen Mut‘
Unter diesem Motto schipperte die Jonas von Friedrichstadt zum18. Mal aus dem Husumer Hafen. An Bord der Käpt’n (Stefan), seine zwei Bootsmänner (Dieter und Benno), und 22 Männer und Frauen unterschiedlicher Kup-und Danstufen, darunter die beiden  Sabomnim Christoph Albinus und  Bernhard Tessmann, die uns mit dem Shin Son Gedanken und Shinson Hapkido Techniken durch die Woche führten.
Zur Vorbereitung meiner ersten Danprüfung in 1995 wollte ich zum ersten Mal mit zu Toffas Segelreise fahren, bin aber am Abreisetag krank geworden und musste die anderen ohne mich ziehen lassen. Damals war ich echt frustriert. In den vielen Jahren dazwischen hat es dann irgendwie nicht gepasst.
Ereignisse im letzten Jahr haben mir radikal den Boden unter den Füßen weggerissen. Nach der ersten Schockstarre konnte ich mich aber wieder an etwas erinnern, dass ich schon so oft gehört, darüber gesprochen, oder in Danprüfungen geschrieben hatte: ‚Min Cho Sasang‘, der Geist des koreanischen Volkes, dass immer wieder aufsteht, egal wie oft es getreten/verletzt wird. Nun konnte ich zum ersten Mal die tiefe Bedeutung dieses Satzes spüren. Nicht nach innen verhärten, aber stabil bleiben und nach außen weich….
Ich suchte mir also für dieses Jahr einige ‚Lichtanker‘ und einer davon war die Segelreise. Was für eine gute Entscheidung!
Nachdem die Verpflegung und wir alle an Bord waren, teilten wir uns in drei Gruppen unter Stefan, Dieter und Benno auf, in denen wir während der ganzen Woche blieben. Ich war in der Vorsegelgruppe (die wir in die ‚Vorzeltgruppe‘ umtauften). Wir hatten die ‚Fock‘, den Außen-und Innenklüver‘ zu ’versorgen‘. Die 2. Gruppe hatte das große Hauptsegel und die 3. Gruppe das hintere Besansegel. Beim An-oder Ablegen waren wir alle gefragt. Die Schwerter an den Seiten der Jonas waren aus Holz und mussten geschützt werden. Es war fast immer ein Gaudi. Maggi outete sich als mutige Springerin zum Festtäuen beim Anlegen und erntete dafür Applaus! Von Tag zu Tag wurden uns die Abläufe an Bord geläufiger. Wenn Dieter ‚Vooor-segel-gruppe‘ runter in die Messe rief, wussten wir dass wir zügig hoch kommen sollten um unseren Job zu tun. Segel rauf, runter, oder ausrichten, oder auch mit einer Art Schutz-Segel (Persenning) aus-oder einpacken. Am meisten Spaß hatte ich draußen im Netz. Dorthin musste man für die beiden Klüver. Unvorstellbar schön das Gefühl das komplette Schiff vor sich zu sehen und hinter und unter mir nichts als Wind und Wasser. Lästig, aber notwendig war die Sicherung, die das Klettern etwas erschwerte. Allerdings war die Vorstellung vorne unters Schiff zu fallen auch nicht so toll.
Es fanden sich unterschiedlich gemischte Gruppen, die jeweils für einen Tag die schöne Aufgabe hatten für das leibliche Wohl der gesamten Mannschaft zu sorgen. Vom ersten ‚Kaffeeeee…‘ im Morgengrauen (zuerst für die Crew!), bis zum Abendbrot. Ganz unscheinbar hat sich Günther den Job geangelt die neue High Tech-DB-Toilette an Bord, die ganze Woche über zu reinigen. Alles was sonst noch so anfiel wurde gemeinschaftlich geregelt. Es waren ja einige alte Hasen und Häsinnen dabei, die uns ‚Erstlingen‘ mit Tipps zur Seite standen. Meditiert und Trainiert wurde in der ‚Messe‘ unter Deck, oder an Land. Auch die Trainingszeiten waren flexibel, eben dann wenn’s passte. Toffa und Bernhard führten uns mit neuen Ideen und Spaß durch die Woche. Stefan, der Kapitän, erzählte so ungefähr einmal am Tag wo’s langgehen, bzw. schippern sollte. Wir hatten fast die ganze Woche unfassbar schönes Wetter. Einmal mussten wir ziemlich früh raus(so gg vier Uhr), um mit dem auflaufenden Wasser loszusegeln. Die Belohnung kam dann promt….ein unglaublich schöner Sonnenaufgang!
Über Langeneß Sylt, Pellworm und Amrum(vielleicht auch in anderer Reihenfolge?) ging es letztendlich wieder nach Husum zurück, allerdings nicht ohne einmal trocken zu fallen. Ich kam mir ein bisschen vor wie bei ‚Gullivers Reisen‘, jedenfalls fühlte es sich absurd an das Schiff auf dem Meeresgrund stehen zu sehen. Wir hatten einen Mordsspaß beim Waten durchs Watt und beim Changbong-Training neben der ‚Jonas‘.
In Husum angekommen, beendeten die Reise nach alter Tradition mit einem gemeinsamen Krabben-oder Fischbrötchenessen. Auch jetzt noch bin ich ganz beseelt wenn ich an die Reise zurückdenke. So eine schöne Gemeinschaft unter den TeilnehmerInnen und eins sein mit der Natur.
Danke!
Sigrid Bujack-Blecher, 4. Dan/ 9. Ki, Dojang Hamburg 5