19. Segelreise im Nordsee-Wattenmeer

Chong Jung Dong im Wattenmeer - Segelreise 2022
Eine 28 m lange schwimmende WG mit integriertem Dojang? Gibt's nicht? Doch, na klar gibt's das, und zwar auf dem See-Ewer Jonas von Friedrichstadt. 2022 fand endlich die berühmte Shinson-Hapkido-Segelreise in der Nordsee wieder statt - eine Woche segeln und motoren im nordfriesichen Wattenmeer bei schönem Frühlingswetter im Mai. Elf Männer und elf Frauen plus supernettem Skipper und ebenso nettem und geduldigen Decksmann machten sich am Freitag, den 13. Mai von Husum auf in Richtung Nordsee-Inseln. Was passiert da so, auf einer Shinson Hapkido-Segelreise? Die Gruppe bedient das Schiff; zwei Masten, fünf Segel, fünf Schoten, vier Stage und drei Winden wollen bewegt werden. Wir wurden in drei Gruppen eingeteilt (Vorsegel, Großsegel und Besan) und hatten damit unseren Segel-Arbeitsplatz für die Woche gefunden und konnten am Samstag in See stechen. Und dann wollten auch noch 22 Menschen bewegt werden, dafür gab es täglich ein- oder mehrmals tolles Shinson Hapkido-Training von Bu-Sonsanim Christoph Albinus und Sabomnim Bernhard Tessmann. An Deck und an jedem unserer fünf Anker- und Liegeplätze haben wir mit und in der Landschaft trainiert, auf Schafwiesen, am Strand oder - bei Ebbe - auf dem Meeresgrund - tolle und ungewöhnliche Naturerlebnisse. Am zweiten Abend auf dem Schiff ließen wir uns trockenfallen und konnten mit dem Changbong im Schlick vor und in mystisch anmutender Wattkulisse trainieren - großartig. Der Schiffsalltag gestaltet sich deutlich anders als gewohnt. Hier mal kurz ein typischer Shinson-Tag auf See: Morgenmeditation, Frühstücken, Training, Schiff seeklar machen (die Leute ebenfalls), aus dem Hafen auslaufen und Segel setzen, irgendwann in einem neuen Hafen festmachen und dann wieder Training in der Natur, danach Abendessen, das die jeweilige Koch-Crew zwischendurch vorbereitet hat, abends Singen oder Akupressur oder Geschichten oder oder. Aber halt, die großen Chefs sind im Wattenmeer natürlich Ebbe und Flut und der Wind, die den Tagesablauf eigentlich immer durcheinander würfeln. Mal steht man morgens um 4.30 Uhr auf, um mit ablaufend Wasser aus dem Hafen zu kommen, mal findet man sich plötzlich auf dem Wattboden wieder, weil der nächste Hafen zu weit ist, mal macht sich eine Amazone mit einer Gruppe sangesfreudiger Bundesfreiwilligendienstler*innen an Bord mangels eigenem Liegeplatz längs am Schiff fest und so weiter. Also: immer flexibel bleiben und mit dem Wind bewegen. Nach einer Woche sind wir glücklich und gut durchbewegt und durchgepustet wieder in Husum eingelaufen und sogar noch auf ein Fischbrötchen eingeladen worden - besser geht nicht. Vielen Dank an alle und gerne wieder.
Christopher Bohn, Sektion Kleinmeinsdorf/ Semmerin

Training zu Land
... und zu See